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Blieskasteler Nachrichten

Sie sehen die Ausgabe KW 20/13 | Freitag, 17. Mai 2013

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Natur- und Vogelschutzverein Blickweiler


Natur- und Vogelschutzverein Blickweiler
Wenn die Apfelbäume blühen, dann hat der Frühling endgültig Einzug gehalten. »Vollfrühling« nennen das die Experten. Wie zu erwarten, kam die Apfelblüte nach dem langen Winter erst mit Verspätung in Gang. »Die Knospen der Äpfel erkennt man deutlich an der rosa Außenfarbe. Knospen von Birne, Kirsche und Zwetschge dagegen sind komplett weiß«, weiß unser Vogelwart Bernhard Frangart.
Wie üblich begann auch 2013 die Apfelblüte am Oberrhein. Um den 19. April herum öffneten sich dort die ersten Blüten. Nun Anfang Mai blühen Apfelbäume bereits im kompletten Rheintal vom Bodensee zur holländischen Grenze. Auch an Main und Mosel sowie im westfälischen Münsterland und im Bliestal hat der Vollfrühling Einzug gehalten. Selbst im Voralpenraum blühen erste Apfelbäume, denn dort hat sich beim Temperaturrückgang letzte Woche die Wärme noch am längsten gehalten.
Vier Jahreszeiten hat das Jahr. Ist doch klar, oder? »Tatsächlich lässt sich das Jahr auch anders einteilen, zum Beispiel nach Naturphänomenen, genauer: nach dem Blühen und Reifen der Pflanzen«, sagt unser Schriftführer Joachim Bastian. Doch wann kommt dann der Frühling? Spätestens wenn die Apfelbäume zu blühen beginnen, hat der Frühling endgültig Einzug gehalten. Mit der Aktion soll die Geschwindigkeit des Frühlings gemessen werden - mit Ihrer Hilfe.« Die Apfelblüte signalisiert den phänologischen Vollfrühling. Dieser beginnt nicht jedes Jahr zum gleichen Datum. Und die Äpfel blühen vor allem auch nicht überall gleichzeitig«, so unser Vorsitzender Klaus Walter.
Genau diese natürlichen Schwankungen machen die Sache aber für die Wissenschaft besonders spannend. Klimaänderungen etwa lassen sich so über Jahre und Jahrzehnte besonders gut und ohne komplizierte Messinstrumente festhalten. Jeder Teilnehmer, der mitmachen möchte, sucht sich einen Apfelbaum in seiner Nähe und meldet es per Mailformular, wenn dieser zu blühen beginnt, wenn er voll in Blüte steht und schließlich noch einmal, wenn er verblüht. Um eine Vergleichbarkeit über die Jahre zu gewährleisten, kommen bei der Aktion Apfelblütenland aber nur die Sorten Boskoop und Klarapfel in die offizielle Wertung.
Die Daten der Apfelblüten-Sichtungen werden gespeichert und in Kooperation mit dem Deutschen Wetterdienst, der TU München, dem Meteorologischen Institut der Universität Bonn und der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) wissenschaftlich ausgewertet.
Wenn die meisten Apfelsorten reifen, zeigt das bereits den Frühherbst an.
Auf der Homepage von »Planet Wissen« wird das Voranschreiten des Frühlings auf einer großen Karte dargestellt. Darauf sind die 89 Naturräume Deutschlands dargestellt. Sobald aus einem Naturraum Meldungen vorliegen, wird dieser in der Farbe für Blühbeginn, Vollblüte und Verblühen dargestellt.
»Bei der ersten Aktion 2006 war der Frühling nach einem besonders langen Winter ordentlich in Verzug. Erst Ende April begannen am Oberrhein ganz zaghaft die ersten Äpfel zu blühen. 2007 dagegen platzen die Apfelknospen schon sehr früh auf. 2008 war nur im Süden Deutschlands ein frühes Blühjahr, im Norden dagegen ein ziemlich spätes, und 2009 kam es nach spätem Start geradezu zu einer Blitzblüte. 2010 war der Start trotz langem Winter recht früh - aber eben längst nicht so früh wie 2011, das alle bisherigen »Apfelblütenland«-Jahre schlug" weiß unser Ehrenvorsitzender Otmar Gaa.
"Im langjährigen Durchschnitt legt der Apfelblüten-Frühling auf seinem Weg pro Tag rund 40 Kilometer zurück«, sagt unser 2. Vors. Peter Bastian abschließend. (Text hh- Hans Hurth)



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