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August Becker Brunnen feiert Jubiläum
Eine Zeitreise Reise in die Vergangenheit
Fast unbemerkt von der Bevölkerung feierte am Samstag in der Dorfmitte von Klingenmünster der August -Becker- Brunnen Geburtstag. Doch wer sich den von Rosen umrankten Brunnen genauer anschaut, erkennt am Brunnentrog das Datum der Einweihung: 16. Juni 1907. Erbaut wurde der Brunnen zu Ehren des Heimatschriftstellers, der 1828 in Klingenmünster geboren wurde, 1891 in Eisenach verstarb und erst 1930 auf dem Friedhof in Klingenmünster in ein Ehrengrab umgebettet wurde.
Am 16. Juni 1907 versammelte sich eine große Festschar in der Dorfmitte von Klingenmünster, um das Denkmal feierlich mit Musik und Literarischen Beiträgen einzuweihen. Seit damals ziert der Brunnen in unmittelbarer Nähe zum Geburtshaus des bekannten Heimatdichters die Rathausbrücke - wie die Dorfmitte von Einheimischen bis heute genannt wird. Wasser fließt heraus, Blumen verschönern den Jugendstilbrunnen, der nach Plänen von Adolf Bernd aus Kaiserslautern erbaut wurde. Viele Bildhauer hatten sich damals um den Auftrag bemüht. Die Planung und Ausführung des Festes, zu dem viele Honoratioren aus Kultur, Politik und Kirche im Geburtsort Beckers erwartet wurden, planten am 4. Mai 1907 die Ausschussmitglieder des literarischen Vereins der Pfalz und des August-Becker-Denkmalvereins, dessen Vorsitz Gutbesitzer Georg Josef Schreieck übernommen hatte. Der Weingutsbesitzer stand zudem seit 1901 auch dem Landeckverein vor.
Wenige Tage vor dem 105. Geburtstag des Brunnens besuchten die Urenkelin von Schreieck Elisabeth Döbereiner mit ihrem Ehemann Manfred aus Auerbach den Wohnort ihrer Vorfahren und das Brunnendenkmal. Sie hatten ein Geburtstagsgeschenk mitgebracht - handgeschriebene Aufzeichnungen des Urgroßvaters, der bei der Brunneneinweihung durchs Festprogramm führte. Akribisch hatte er in schwer lesbarer Handschrift alle Sponsoren aufgeschrieben, die sich mit Spenden an der Finanzierung des Brunnens beteiligt hatten - Ortsgemeinden aus der ganzen Region, Bürgermeister, Lehrer, Pfarrer, Fabrikbesitzer, Winzer, Vereine und einfache Bürger trugen mit unterschiedlichen Geldbeträgen zwischen 50 Pfennig bis hin zu 500 Mark zum Bau bei. »Es wäre schön, wenn diese Schriftstücke im August Becker Museum ihren Platz finden würden«, mit dieser Bitte fand Familie Obereiner natürlich offene Ohren bei Bürgermeister Erwin Grimm, Museumsleiterin Christel Flory und Günter Nuss vom Landeckverein, in dessen Archiv sich auch eine »Akte August Becker Brunnen« befindet.
Ein Besuch im August Becker Museum durfte natürlich nicht fehlen. Viele neue Eindrücken nahm Familie Döbereiner wieder mit nach Auerbach, gleichzeitig mit dem Versprechen bald wieder nach Klingenmünster, der Wahlheimat von Jakob Georg Schreieck zurück zu kommen, denn auch die einstige Lehrerin Anna Neumüller, die viele Jahre als Lehrerin in Klingenmünster unterrichtete und an die sich noch viele alte »Minschdrer« erinnern, gehört zur den Verfahrenen der Familie.
Schreieck, der kurzzeitig als Schulverweser in Münchweiler tätig war, entdeckte sehr bald seine Liebe zum Weinbau. Er kaufte für seine Familie 1880 nicht nur das Stiftsgut, sondern auch zahlreiche Weinberge in Klingenmünster und Gleiszellen-Gleishorbach, wurde Winzer und war Mitbegründer einer Winzergenossenschaft in Gleiszellen-Gleishorbach. Für 7000 Mark hatte er am 8. April 1890 in Landau die Stiftsschaffnerei ein Weingut in der Dorfmitte von Herrn Matheus käuflich erworben. Als allgemein geachteter Bürger erwarb er große Verdienste zum Wohle der Allgemeinheit; und so wurde die Todesnachricht auch in der Presse mit Bestürzung verkündet. Mit nur 45 Jahren verstarb Jakob Schreieck 1909 bei einem Urlaubsaufenthalt in Davos. Seine Witwe Franziska Schreieck geb. Fußer verkaufte am 8. November 1919 das Weingut - die Stiftsschaffnerei an Jakob Kuhn , dessen Nachfahren das ursprünglich im 16. Jahrhundert als Verwaltungsgebäude des Chorherrenstiftes erbaut und im Laufe der Jahrhunderte mehrmals umgestaltet wurde. Direkt vor der Stiftsschaffnerei wundert sich seit 105 Jahren August Becker über das immer größer werdende Treiben in seinem Heimatdorf. (Flory)
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