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19.02.2010 7/010
Abschied von Kämmerer Gerhard Kempa
Am Montagvormittag wurde der Kämmerer der Gemeinde Ahnatal, Gerhard Kempa (60), von der Gemeinde Ahnatal in Anwesenheit zahlreicher Beschäftigter der Gemeinde und einer Reihe von Weggefährten, die bis heute und früher in Verwaltung, Gemeindevorstand und Gemeindevertretung mit Gerhard Kempa zusammengearbeitet hatten, durch Bürgermeister Michael Aufenanger in die Freistellungsphase seiner Altersteilzeit verabschiedet. Offiziell beginnt diese zwar erst am 15. Mai 2010. Da sich jedoch bei Gerhard Kempa so viele Überstunden und Resturlaubstage angesammelten hatten, konnte er bereits drei Monate früher das Ahnataler Rathaus verlassen. Viele der Überstunden waren angefallen, als der Ahnataler Haushalt auf die Doppik umgestellt wurde.
In den Jahren von 1974 bis 2009 hatte Gerhard Kempa an der Aufstellung von 83 Haushalten und Nachtragshaushalten mitgewirkt, deren Gesamtsumme sich auf stattliche 347.484.258,18 Euro beliefen.
Bürgermeister Michael Aufenanger erinnerte bei der Verabschiedung von Gerhard Kempa an dessen Berufsweg. In Weimar hatte Gerhard Kempa im September 1949 das Licht der Welt erblickt. Von 1956 bis 1964 besuchte er in Weimar die Volksschule und wechselte dann zu einer zweijährigen Handelsschule nach Wolfhagen. In 1965 bewarb sich Gerhard Kempa beim Landkreis Kassel als Verwaltungslehrling. Landrat Josef Köcher habe in dem Lehrzeugnis zur der Verkürzung der Ausbildung geschrieben: "Herr Kempa ist stets fleißig und willig. Sein Verhalten ist einwandfrei". Mit dieser Begründung sei die Verkürzung seiner Ausbildungszeit genehmigt worden. In 1972 wurde er zum Assistenten ernannt. In der Kämmerei des Landkreises Kassel sei er dann tätig gewesen und habe dort selbständig die Erhebung der Kreissteuern für die Schankerlaubnis und die Sonderprogramme des Landes für den gemeindlichen Straßenbau abgewickelt.
Im Herbst 1973 erhielt Gerhard Kempa dann einen Anruf aus dem Ahnataler Rathaus, wo ein Mitarbeiter in der Kämmerei gesucht wurde. Am 1. Januar 1974 wurde Gerhard Kempa zur Gemeinde Ahnatal versetzt. Seither habe er für die Gemeinde Ahnatal als Leiter der Finanzverwaltung gearbeitet. Daneben sei er auch als Schriftführer im Haupt- und Finanzausschuss und als stellvertretender Schriftführer und als Schriftführer in der Gemeindevertretung tätig gewesen. Auch Euro-Beauftragter der Gemeinde sei er gewesen.
Das ganz entscheidende Projekt in den letzten Jahren sei für Gerhard Kempa dann die Umstellung des gemeindlichen Haushalts auf die Doppik gewesen. Zwar sei dies eine Leistung der gesamte Gemeindeverwaltung, aber hier habe sicherlich Gerhard Kempa viel geleistet und einige Sonntage im Rathaus zugebracht. Dafür sei Gerhard Kempa besonders herzlich zu danken. Nun sei die Gemeindeverwaltung sehr traurig, dass Gerhard Kempa gehe, man habe ihn aber nicht umstimmen können. Ihm und seiner Frau Karin wünsche er im Namen der Gemeinde Ahnatal eine schöne Zeit frei von den Berufsbelastungen.
Ein offizielles Verabschiedungsdokumente konnte Bürgermeister Aufenanger nicht an Gerhard Kempa überreichen, denn auch während der Freistellungsphase ist er offiziell weiter Mitarbeiter der Gemeinde Ahnatal.
Für den Personalrat der Gemeinde Ahnatal wünschte Ralf Hartmann für die kommenden Jahre den Eheleuten Kempa viel Gesundheit und alles Gute für die Verwirklichung ihrer gemeinsamen Pläne.
Die Vorsitzende der Gemeindevertretung, Bettina Schröder, sagte mit Gerhard Kempa verlasse das Ahnataler Rathaus ein Mann mit einem großen Erfahrungsschatz, und viel Wissen um die Entwicklung und Historie in manchen Bereichen. Er kenne Beziehungen und Verbindungen, was ein großer Vorteil bei manchen Entscheidungen gewesen sei. Er habe während seiner Arbeitszeit im Ahnataler Rathaus, die Entwicklung der Gemeinde Ahnatal begleitet. Als Herr über die Finanzen habe er eine Schlüsselfunktion besetzt. Er habe auch immer wieder Geldquellen für die Gemeinde aufgetan. Er habe den Übergang zur Doppik mitgestaltet und manchmal auch mit durchlitten. Mit ihm als stellvertretender und als Schriftführer habe sie manche Sitzung vorbereitet. Sie danke Gerhard Kempa für seine Verlässlichkeit und Geduld. Nun werde sich sicher vieles in seinem Leben ändern. Doch er soll die Freistellungsphase nicht in Stress ausarten lassen.
Für die Ahnataler Feuerwehr dankte Gemeindebrandinspektor Michael West Gerhard Kempa als langjähriger Feuerwehrsachbearbeiter. Mit der Arbeit für die Feuerwehr in Ahnatal habe Gerhard Kempa selten in der Öffentlichkeit gestanden, doch seine Arbeit sei immens wichtig für das Funktionieren des ganzen Betriebes gewesen. So habe man viele Stunden an der Aufstellung der Bedarfs- und Entwicklungsplanung gearbeitet.
Zum Abschied sagte Gerhard Kempa, es sei gut zu hören, dass die in vielen Jahren geleistete Arbeit so positiv gesehen werde. Heute sei ein besonderer Tag für ihn, denn ab heute solle ja bei ihm alles anders werden. Auf diesen Tag habe er sich immer wieder gefreut, wenn er sich mal über etwas geärgert habe, aber nachdem der Tag nun gekommen sei, überkomme ihn doch ein wenig Wehmut.
Gerhard Kempa erinnerte an seine Anfänge in der Gemeinde Ahnatal, die es damals erst seit 18 Monaten gegeben habe. Er sei bald Sachbearbeiter in der im Aufbau befindlichen Kämmerei geworden. Fast alle Arbeiten hätten damals von Hand erledigt werden müssen und wichtigste Arbeitsgeräte seien Bleistift und Radiergummi gewesen. Er schilderte dann anschaulich wie man damals einen Haushalt angefertigt habe. Nach und nach hätten dann auch technische Fortschritte in der Gemeindeverwaltung Einzug gehalten. Zweieinhalb Jahre habe er dann noch neben seinem Dienst das Verwaltungsseminar in Kassel zum sogenannten Inspektorenlehrgang besucht. In 1979 habe er den Lehrgang erfolgreich abgeschlossen. Er habe dann in den nächsten Jahren erlebt, wie das ganze Personal wechselte und immer jünger wurde. Er habe in allen Abteilungen der Verwaltung immer mit netten Kolleginnen und Kollekten zusammengearbeitet. Mit der Mannschaft der Finanzverwaltung sei er zufrieden gewesen und danke allen ganz herzlich für die gute Zusammenarbeit. Seinem Nachfolger und überzeugten Doppik-Fan Martin Gronemann aus Hann.-Münden, der sich seit seinem Dienstantritt bereits auf Fronleichnam freue, weil er als hessischer Beamter dann dienstfrei habe, während in Niedersachsen gearbeitet werden müsse, wünsche er viel Glück und Standvermögen bei den sicherlich nicht einfachen Aufgaben, die noch anstehen würden. Besonders dankte Gerhard Kempa Bürgermeisterin Regina Heldmann und den Bürgermeistern Karl-Heinz Poetzsch und Michael Aufenanger für die gute Zusammenarbeit.
Anschließend drückten viele Gerhard Kempa die Hand und wünschten ihm für seinen künftigen Lebensweg alles Gute. Unter ihnen war auch Bürgermeisterin Regina Heldmann. (b)
(Fotos: Breiter)